170 Besucher bei der Pflegemesse „Mit Sicherheit Gutes tun!“

170 Interessierte in der „Notaufnahme“ von Agentur für Arbeit und Jobcenter – Personal in der Pflegebranche dringend gesucht.

Die „Notaufnahme“- als erste Anlaufstelle für Informationen- war beim Aktionstag für Pflegeberufe der Agentur für Arbeit Flensburg und des Jobcenters Flensburg- gut gefüllt. Gut 170 interessierte Besucherinnen und Besucher wurden unter dem Motto „mit Sicherheit Gutes tun“ medizinisch fachkundig über die Arbeit in der Pflege informiert und mit Praxiseinblicken in den modernen Pflegealltag versorgt.

Sonja Simentschitsch, Arbeitsvermittlerin im gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Jobcenter und Arbeitsagentur Flensburg ist die Initiatorin des Aktionstages und erklärt den Besuchern an der Notaufnahme, wo die vielen Angebote wie der Rollstuhl-Parcours, die Gesprächsrunden und die Darstellung technischer Hilfsmittel wie dem Pflegebett, dem Lifter und die Arbeit an der Pflegepuppe stattfinden. „Mir ist es wichtig, auf die wertvolle und facettenreiche Arbeit in der Pflege aufmerksam zu machen und das nicht nur theoretisch am Schreibtisch, sondern mit vielen praktischen Eindrücken und Gesprächen mit den Profis – Bewohnern, Angehörigen und Pflegefachkräften.“

Paul-Heinrich Köhne wohnt im vorausgedachten Wohnen im Jürgenhof. Er berichtet den Besuchern von seinen Erfahrungen und beantwortet Fragen „Meine Frau und ich fühlen uns im Jürgenhof sehr wohl!“ so Köhne, auch ernste Themen wie die ersten Anzeichen einer Demenzerkrankung spricht er offen an.

Die Gesprächsrunden mit den Betroffenen und den Pflegeprofis sind offen und authentisch. Wichtig, um den abschreckenden Berichten zur Überlastung, der schlechten Bezahlung und dem Schichtdienst im Pflegewesen transparent und mit Fakten aus dem eigenen Arbeitsalltag zu begegnen, wissen die drei beteiligten Schulen im Gesundheitsweisen das Ökumenische Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen gGmbH (ÖBIZ), Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe (AGS) und die Schlossseeresidenz Glücksburg (SRG).

Frauken Laß, ÖBIZ, erläutert im Rahmen des Vortragsprogramms die verschiedenen Ausbildungs-, Umschulungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in der Pflege. „Wir arbeiten immer mit Menschen und jeder Tag ist abwechslungsreich und anders als der Vorherige. Damit muss man umgehen können und es gibt da sicherlich auch Menschen, die in einer Bank oder im Geschäft besser arbeiten, aber ich kann mir gar keinen schöneren Beruf vorstellen!“.

Auch Tom Ehmsen, SRG, geht es darum für die Arbeit in der Pflege zu begeistern und zugleich auf den enormen Personalbedarf als Pflegefach- und Hilfskräften aufmerksam zu machen. „Wir sind einfach zu Wenige. Wer in unserer Branche aktiv wird hat auf jeden Fall einen sicheren Job“ bringt er die aktuelle Arbeitsmarktlage auf den Punkt. Über 600 Stellenangebote im Pflegebereich sind allein im Flensburger Stadtgebiet aktuell gemeldet. Tendenz steigend.

Interessierter Nachwuchs ist dabei in Sicht. Viele junge Menschen nutzen die Chance ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder ein Praktikum im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung zu absolvieren.

So auch Aimée Porath, Schülerin an der Fridtjof-Nansen-Schule in Flensburg. Im Herbst möchte sie ihr FSJ beginnen und nutzt den Aktionstag, um sich über ihre beruflichen Möglichkeiten zu informieren „Ich möchte erfahren, was etwas für mich sein könnte und auch um auszuschließen, was ich mir nicht vorstellen kann.“ Praktische Erfahrungen sammelte sie bei der Einweisung von Pflegefachkraft Marion Potratz, SRG am Rollator und auch bei der Organplatzierung am Übungstorso bei Doris Thordsen.

Sarah Michelle Sievertsen hat alle Aktionen und Vorträge des Aktionstages besucht und dafür ein Teilnehmer-Zertifikat erhalten. „Mir hat besonders gefallen, dass die drei Schulen fürs Gesundheitswesen hier waren und ich mich über meine Ausbildungsmöglichkeiten informieren konnte. Die Erfahrung im Rollstuhl war schon beeindruckend und auch das übrige Programm war interessant“.

Magdalena Kiffmeier-Göttsche, AGS, freut sich besonders, dass die interessierten Besucher so intensiv den Austausch zu den anwesenden Pflege-Schülerinnen und Schülern nutzen und so Informationen und Tipps aus erster Hand erhalten.